Bulletin 1/2026, «Baukultur erforschen»
Baukultur erforschen
Dieses Bulletin führt Sie über drei Baustellen des Nationalen Forschungsprogramms «Baukultur» (NFP 81). Caspar Schärer, Leiter Wissensaustausch im NFP 81, verschafft uns einen Überblick über das breit angelegte Programm und macht klar, dass Baukultur nicht als Expertenprojekt verstanden wird, sondern als kollektive Aufgabe. Alle Forschungsteams arbeiten während fünf Jahren eng mit Praxispartnern zusammen.
Nina Mekacher und ihr Team von der Berner Fachhochschule kombinieren im Projekt «Baukultur gestalten» Methoden aus Denkmalpflege, Städtebau und Design. Sie sind dabei, neue Werkzeuge zu entwickeln, um Menschen aktiv an der Gestaltung ihrer Quartiere und Dörfer zu beteiligen.
«Cultural Heritage needs Continuous Care», lautet der Leitspruch des Teams von Giacinta Jean an der SUPSI in Mendrisio. Weil die Pflege des baukulturellen Erbes oft vernachlässigt wird, fragt das Projekt, wie die kontinuierliche Instandhaltung verbindlicher geregelt werden kann. Das Netzwerk Kulturerbe Schweiz gehört hier zum grossen Kreis der Praxispartner.
Um sozio-ökomische Zusammenhänge von Planen und Bauen geht es im Projekt «Die Transformation des ländlichen Lebens im Mittelland». Mit einem Team aus der HES-SO Valais-Wallis und der Berner Fachhochschule forschen Marie-Joëlle Kodjovi und Marion Sauter zu den Veränderungen in der Agrarbaukultur. Einem breiten Publikum sollen die Ergebnisse unter anderem in einer Ausstellung auf dem Ballenberg präsentiert werden.
Apropos Ballenberg: Aus dem Kreis unserer Mitgliederorganisationen bespielt in diesem Jahr das Freilichtmuseum die Bildrubrik «Letzte Seite» des Bulletins.
Daniel Bernet, Redaktor Bulletin Kulturerbe Schweiz
Schwerpunkt
Baukultur als kollektive Aufgabe
Material, Kulturerbe, Teilhabe, Landschaft, Soziales: Das Nationale Forschungsprogramm «Baukultur» (NFP 81) ist mit seinen 13 Teams und Projekten breit aufgestellt – interdisziplinär, lokal verankert und mit Bezug zur Praxis.
Kreativität als Schlüssel
Die nachhaltige Transformation des gebauten Raums gelingt nur, wenn alle Betroffenen ins Boot geholt werden. Hier setzt ein aktuelles Forschungsprojekt der Berner Fachhochschule an. Es kombiniert Kulturtechniken aus Denkmalpflege, Städtebau und Design und entwickelt daraus neue Werkzeuge für eine aktive Teilhabe.
Cela n’a pas toujours été le cas…
Longtemps centrale dans l’imaginaire suisse, l’économie alpestre bénéficie d’une forte reconnaissance patrimoniale. À l’inverse, le Plateau reste peu étudié. Un projet PNR 81 analyse les mutations des fermes et de leurs ensembles bâtis, afin de renouveler le regard porté sur l’agriculture moderne et sa valeur culturelle.
Pour une nouvelle culture de l’entretien
Un projet visant à changer la conservation des biens culturels et à promouvoir l’importance de l’entretien. Des outils techniques et opératifs, ainsi que la sensibilisation du public, seront développés pour favoriser des interventions ponctuelles et régulières qui permettent de réagir rapidement aux problèmes.