Bulletin 2/2025, «Industriekultur»

Industriekultur
Der Verband Industriekultur und Technikgeschichte Schweiz (VINTES) feiert am 8. November 2025 sein 10-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass widmet sich dieses Bulletin dem Sammeln, Erhalten und Vermitteln von Objekten der Industriekultur und Technikgeschichte. Der Überblick zeigt, wie vieles von privatem Engagement abhängt, wie dringlich die Vernetzung der Akteure und die politische Arbeit sind. VINTES ist Mitglied des Netzwerks Kulturerbe Schweiz, ebenso wie die bereits 1991 gegründete Schweizerische Gesellschaft für Technikgeschichte und Industriekultur (SGTI).
Wir greifen in diesem Bulletin drei Schweizer Industriekulturprojekte heraus. In Liestal ist es gelungen, das Firmenarchiv der Stickerei Hanro als textiles Kulturerbe zu erhalten. Vor zehn Jahren ging die Hanro-Sammlung mit rund 20’000 Kleidungsstücken und dem Werbearchiv als Schenkung an den Kanton Basel-Landschaft.
Eine Erfolgsgeschichte ist auch das Musée international d’horlogerie in La Chaux-de-Fonds. Neben den mehr als 12’000 Exponaten liegt ein Fokus des Museums auf der Erhaltung des Fachwissens der traditionellen Uhrmacherei, die 2020 in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen wurde.
Noch nicht ganz so rund und geschmiert wie auf unserem Titelfoto lief es bisher beim Dampfzentrum Winterthur. Die Dampfmaschinensammlung zeigt exemplarisch den grossen Platzbedarf der für die Industriekultur typischen, sperrigen Objekte. Es fehlt eine solide finanzielle Grundlage für einen Museumsbetrieb und eine breite Verankerung über den Kreis der Dampfmaschinenfreunde hinaus.
Daniel Bernet, Redaktor Bulletin Kulturerbe Schweiz
Schwerpunkt

Das Gedächtnis der Industrienation
Grosse Maschinen oder verborgene Archive zeugen von der Industrie- und Technikgeschichte der Schweiz. Neben viel privatem Engagement und zwei nationalen Verbänden bestehen einige Lücken in der Pflege der Industriekultur. Ein Überblick.

Vom Firmenarchiv zum textilen Kulturerbe
Mehr als ein Jahrhundert lang lieferte ein Unternehmen aus Liestal Strickware in die ganze Welt. Nach dem Verkauf der Marke Hanro geriet deren Mustersammlung in Vergessenheit. 2015 übernahm sie der Kanton Basel-Landschaft als Schenkung. Seitdem lässt sich ein Stück Modegeschichte am Originalstandort beforschen und erleben.

Le patrimoine technique comme mémoire vivante
Au-delà des objets, le Musée international d’horlogerie est un lieu où les savoir-faire s’exposent. Par la restauration, la formation et le dialogue avec les artisans, il joue un rôle essentiel dans la préservation et la transmission de la mécanique horlogère, inscrite à l’UNESCO depuis 2020.

Ein Museum für die tonnenschweren Zeugen der Dampfzeit
Von kleinen Dampfturbinen bis zur mächtigen Verbundmaschine warten in Winterthur wertvolle stationäre Dampfmaschinen auf eine solide Finanzierung zur Erhaltung, Vermittlung und den Betrieb dieser Zeugen aus den Anfängen der Industrie. Noch immer fehlt eine breit abgestützte Finanzierung.
Aspekte

Journées du patrimoine … et du matrimoine
Depuis 2021, Genève met en lumière la contribution des femmes à son héritage culturel à travers les Journées du matrimoine qui accompagnent les Journées européennes du patrimoine programmées en Suisse chaque deuxième week-end de septembre.

L’avenir de la culture se dessinera en Espagne
La troisième Conférence mondiale sur les politiques culturelles et le développement durable – MONDIACULT – se tiendra du 29 septembre au 1er octobre 2025 à Barcelone. Ernesto Ottone R., le sous-directeur général pour la culture de l’UNESCO, expose les principaux enjeux qui seront au centre des débats.