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Bulletin 1/2022, «Freizeit»

Ausgabe vom 14. März 2022

Kulturerbe ist mehr als eine Kulisse
Auf einmal war das Theater zu. Was vorher selbstverständlich schien, war von einem Tag auf den andern unerreichbar. Als wegen der Covid-19-Pandemie alle Freizeit- und Kulturstätten ihre Programme absagten und die Türen schlossen, wurde uns allen schmerzlich bewusst, wie zentral sie für uns sind. In normalen Zeiten verbringen wir dort viele unserer frei verfügbaren und verpflichtungslosen Stunden.

An Orten der Freizeit wird gelauscht, gestaunt und gespielt. Hier werden Begegnungen gemacht, Geschichten inszeniert und Wettkämpfe ausgefochten. Hier erholen wir uns, entfalten und entwickeln wir uns weiter. Es wird gebadet, getanzt und gelacht – oft von der ersten bis zur letzten Tagesstunde. Als dies nicht mehr möglich war, wichen die Menschen auf Naturerlebnisse aus und Kulturstätten mussten darben. Studien zum Kulturverhalten der Menschen während der Pandemie zeigen aber auch, dass die Menschen das kulturelle Erbe vermehrt schätzen lernten.

Auf diese Orte der Freizeit richten sich die Scheinwerfer der 29. Ausgabe der Europäischen Tage des Denkmals vom 10. und 11. September 2022. Unter dem Motto «Freizeit – Temps libre – Tempo libero – Temps liber» präsentieren die Denkmaltage Stätten der Kunst, der Erholung und des Sports, die Teil unseres kulturellen Erbes sind. Sie führen uns auf Kulturwegen, in der Seilbahn oder mit dem Dampfschiff auf einen Streifzug zu mittelalterlichen und vorindustriellen Stätten der Freizeit. Zu sehen sind Bäder und Theaterbauten, Hotels der Belle Époque, frühe Sporthallen, Volkshäuser oder Museen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Die Denkmaltage beleuchten, was es braucht, damit historisch bedeutende Orte der Freizeit lebendig bleiben und nicht zur Kulisse verkommen.

In diesem NIKE-Bulletin bieten Ihnen die Beiträge über das Kino Le Plaza in Genf, das Freibad Gruebi in Adelboden oder über Heinz Islers meisterhafte Tennishalle in Allschwil einen Vorgeschmack auf die Denkmaltage. Nehmen Sie sich eine freie Stunde für die Lektüre dieses Hefts, reservieren Sie sich ein paar weitere für den Besuch der Denkmaltage im September 2022. Erleben Sie mitreissende Geschichten auf kleinen und grossen Bühnen: Licht an!

Maria Christoffel, Kampagnenleiterin Europäische Tage des Denkmals