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Bulletin 3/2020, «Baukultur»

Ausgabe vom 7. September 2020

Politischer Silberstreif für die Baukultur
In der Herbstsession, die am 7. September begonnen hat, werden National- und Ständerat die Kulturbotschaft 2021-2024 beraten. Die Kulturbotschaft ist die Vorlage des Bundesrats zur Unterstützung von Kulturschaffen und -pflege in den kommenden vier Jahren. Folglich ist sie ein zentrales politisches Geschäft für den Kulturbereich – und besonders für das Kulturerbe. Für dieses gibt es Anlass zur Hoffnung. Die Kommissionen für Wissenschaft, Bildung und Kultur (WBK) von National- und Ständerat beantragen nämlich beide eine Aufstockung der Mittel um 20 Millionen Franken für den Bereich der Baukultur (S. 44).

Die Strategie Baukultur (S. 8) – ihr ist auch das vorliegende NIKE-Bulletin gewidmet –, vom Bundesamt für Kultur erarbeitet und vom Bundesrat dieses Jahr verabschiedet, verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz bei der Pflege und Weiterentwicklung unserer Lebensumwelt. Das bedeutet, die Gestaltung unseres Lebensraums und damit eines wesentlichen Elements unserer Lebensqualität, muss nicht nur etwa funktionale oder wirtschaftliche Anforderungen erfüllen, sondern auch kulturelle und soziale Bedürfnisse berücksichtigen. Grund dafür ist die Erkenntnis, dass die Kultur wesentliche Bedeutung hat für unser Wohlbefinden und den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Zusammenhänge, die in der Konvention von Faro festgehalten sind (vgl. NIKE-Bulletin 6/2017).

Mit ihren Anträgen heben die vorberatenden Kommissionen beider Kammern die Richtigkeit und Bedeutung dieses Ansatzes hervor. Und das erstreckt sich letztlich auf weitere politische Themen, wo es zu vermeintlichen Interessenkonflikten kommt, wie der Energiewende oder der Siedlungsentwicklung nach innen. Eine Politik, die verantwortungsvoll handelt, kann nicht den einen gegen den anderen Bereich ausspielen, was aber immer wieder versucht wird. Für die Aufstockung fanden sich jeweils Mehrheiten. Wenn das Parlament diesen folgt, so wäre das ein Silberstreif am Kulturerbe-Horizont.

Boris Schibler, Redaktor NIKE-Bulletin