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Europa Nostra

Die sieben gefährdetsten Kulturerbestätten des Jahres 2025 in Europa

Gefährdetes Baukulturerbe: Die Valhalla-Schwimmhalle in Göteborg ist unmittelbar vom Abriss bedroht. © Antiquum AB, Johanna Roos und Victoria Ask
10. Juni 2025

Europa Nostra, das zivilgesellschaftliche Netzwerk für Kulturerbe in Europa, und das Institut der Europäischen Investitionsbank (EIB) haben die Liste der sieben gefährdetsten Kulturerbestätten in Europa für 2025 veröffentlicht. Das Programm «7 Most Endangered» setzt sich seit 2013 für den Schutz des gefährdetsten europäischen Kulturerbes ein und fungiert als Fürsprecher und Katalysator für die notwendige öffentliche und private Unterstützung, einschliesslich der Bereitstellung von Finanzmitteln. Jede aufgeführte Stätte erhält einen EIB-Zuschuss in der Höhe von 10’000 Euro, um vereinbarte Erhaltungsmassnahmen umzusetzen.

Die diesjährige Liste umfasst drei Kultur- und Naturerbestätten – das Schloss Nyborg, das Schloss Monemvasia und die Victoria Tower Gardens in London –, die durch den Bau invasiver neuer Gebäude und ungeeigneter Entwicklungsprojekte bedroht sind; zwei modernistische Gebäude – der Generalštab-Komplex in Belgrad und die Valhalla-Schwimmhalle in Göteborg –, die unmittelbar vom Abriss bedroht sind; und zwei Stätten des religiösen Erbes – das Kloster und die Siedlung Arakelots und die Grosse Synagoge in Orla –, die durch Vernachlässigung bzw. mangelnde Finanzierung bedroht sind.

Die sieben Stätten wurden aufgrund ihrer Bedeutung für das Kulturerbe und ihres kulturellen Wertes sowie aufgrund der ernsthaften Gefährdung, der sie ausgesetzt sind, ausgewählt. Der Grad des Engagements der lokalen Gemeinschaften und/oder der Einsatz öffentlicher und privater Akteure für die Rettung dieser Stätten wurde als entscheidender Mehrwert angesehen. Ein weiteres Auswahlkriterium war das Potenzial der einzelnen Stätten, als Motor für eine nachhaltige sozioökonomische Entwicklung zu fungieren.

Das Programm «7 Most Endangered» ist Bestandteil einer zivilgesellschaftlichen Kampagne zur Rettung des stark gefährdeten Kulturerbes Europas. Es dient der Sensibilisierung, der Erstellung unabhängiger Bewertungen und der Abgabe von Handlungsempfehlungen. In den meisten Fällen genügt die Erfassung eines gefährdeten Objekts, um die erforderliche öffentliche oder private Unterstützung, einschliesslich der Finanzierung, zu mobilisieren.

Anlässlich des zehnjährigen Jubiläums des Programms «7 Most Endangered» im Jahr 2023 hat die EIB die Broschüre «Saving the Past – Shaping the Future» herausgegeben, die einige der Erfolgsgeschichten und die Bedeutung des gemeinschaftlichen Engagements hervorhebt. Die Broschüre, die in enger Zusammenarbeit mit Europa Nostra erstellt wurde, kann in sechs Sprachen (Englisch, Französisch, Deutsch, Italienisch, Polnisch und Spanisch) gelesen und heruntergeladen werden.

Seit 2013 wurden 70 bedrohte Denkmäler und Kulturerbestätten von Schlössern und Brücken bis hin zu Fabriken und Kirchen aus 33 Ländern in ganz Europa ausgewählt. Ausserdem wurde 2016 die Lagune von Venedig in Italien zum gefährdetsten Kulturerbe Europas erklärt. 2022 erklärte der Vorstand von Europa Nostra das reiche und vielfältige Kulturerbe der Ukraine zum gefährdetsten Kulturerbe Europas.